PFERDE ALS LANDSCHAFTSPFLEGER

Welche Möglichkeiten bestehen zusammen mit anderen Nutztieren kombinierte Herden zu bilden. Auf was muss dabei geachtet werden?

Im Rahmen des Online-Handbuches “Beweidung im Naturschutz” der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) werden die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen einer Beweidung durch Pferde dargestellt.

“In Kombination mit anderen Weidetieren eignen sich Pferde sehr gut für die Landschaftspflege, unter anderem da sie überständige, hartblättrige Vegetation vergleichsweise gut aufnehmen. Besonders gut sind sie für Habitate geeignet, in denen eine gewisse Bodenverwundung gewünscht ist. Die Zäunung ist nicht aufwendig und für Wildtiere gut durchlässig. Beim ausschließlichen Einsatz von Pferden können durch die ungleichmäßige Nutzung der Weide Probleme auftreten. Gehölzaufwuchs wird von Pferden nicht wirksam reduziert, kann aber bei einer ganzjährigen Beweidung gebremst werden.”

(Zahn, A. & Zehm, A. (2016): Beweidung mit Pferden. – In: Burkart-Aicher, B. et al., Online-Handbuch “Beweidung im Naturschutz”, Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL), Laufen),

www.anl.bayern.de/fachinformationen/beweidung/handbuchinhalt.htm.

Künftig wird die Frage nach der Tierart bei der Beweidung von Grenzertragsstandorten in unseren Mittelgebirgen an Bedeutung gewinnen. Dies hängt zum Einen mit dem Rückgang der Tierhalter und Tierzahlen in diesen Gebieten zusammen, zum Anderen unterliegen kleinere Weidetiere einem erhöhten Rissrisiko durch Prädatoren. Zäune werden hinsichtlich ihrer Schutzwirkung, aber auch der Kosten und negativen Wirkung auf die frei Feldflur sehr kritisch beurteilt.

Momentan halten sich die Gefahren für größere Weidetiere in Grenzen, dies trifft insbesondere auf Pferde zu. Künftig könnte sich aber das Gefährdungspotential deutliche erhöhen und das Risiko und die Abwehrmöglichkeiten wären völlig neu zu überdenken.

Die Frage wird sein, wie sich dann Pferdbesitzer und “normale” Weidetierhalter ergänzen könen, um das Risiko zu minimieren. Alleine dass dadurch größere Weidetierherden unterschiedlicher Tiere und Wehrhaftigkeit entstehen, könnte ein interessanter Ansatz sein.